Georg Mildenberger öffnet seine Schatztruhe

Edingen-Neckarhausen Altgemeinderat und Hobbymaler stellt am Sonntag im Edinger Schlösschen aus

Zum Tag des Denkmals öffnet sich nicht nur das schmucke Schlössel in Edingen, sondern auch die Schatztruhe von Georg Mildenberger (86). Der Maler hat in seiner Sammlung von Werken mit lokalhistorischen und aktuellen Motiven gekramt und die schönsten für eine Ausstellung ausgewählt.

„Ich weiß gar nicht, wann ich das alles gemalt habe“, sagt er im Saal des liebevoll sanierten Bauwerk an der Hauptstraße, während Tochter, Schwiegersohn und Enkel mit dem Aufstellen der Wände und dem Herbeibringen der Bilder beschäftigt sind. Ein Porträt in Schwarz-Weiß zeigt seine Mutter, wie der handgeschriebene Titel verrät. Für viele Besucher interessant sein dürften aber vor allem historische Ansichten aus der Gemeinde. Obwohl er sie alle selbst noch gesehen hat, dienten ihm als Vorlage meist Fotos. Vom OEG-Bahnhof in Neckarhausen zum Beispiel. Oder vom Alten Rathaus in Edingen. Auf seinen Bildern werden Zeiten lebendig, als die OEG noch mitten durch die Hauptstraße in Edingen fuhr und Schiffe auf dem Neckar vom Ufer aus gezogen wurden.

„Ich bin ja kein Künstler, ich bin nur ein Hobbymaler“, sagt er von sich selbst ganz bescheiden. Gleichwohl stimmt in seinen Werken alles, bis hin zur Perspektive. Dankbar zeigt sich der gelernte Schaufenstergestalter für jene, die ihm das beigebracht haben: „Ich hatte viele gute Lehrmeister.“

Gemalt hat Mildenberger schon als Kind. „Meine Schwestern sind immer zu mir gekommen und haben sich etwas von mir malen lassen.“ Später arbeitete er für das Mannheimer Kaufhaus Baum, wurde dann Chefmaler bei C & A in Karlsruhe: „Da habe ich viel gelernt, das hat mir unheimlich viel gebracht.“ Eine Erfahrung, die er als Lehrer an der Berufsschule wieder an junge Menschen weitergeben hat: Zentralperspektive und Figurenzeichnen waren sein Fachgebiet.

Wegen einer Augenkrankheit hat der Altgemeinderat vor drei Jahren Pinsel und Leinwand zur Seite gelegt. Nach einer Behandlung schöpft er nun neue Hoffnung, doch wieder malen zu können. Die Ausstellung im Schlösschen ist von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 11.09.2020

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