RNZ vom 19.06.2019

Der Saal des Edinger Schlösschens soll nach seiner Restaurierung durch eine Vielfalt an Veranstaltungen dem kulturellen Angebot in der Doppelgemeinde dienen. Bei der Nutzung für private Feste und Feiern allerdings will es der Förderverein "langsam angehen lassen". Auf diesen Kompromiss verständigte sich die Mitgliederrunde beim Monatstreff.

Erstmals fand die regelmäßige Zusammenkunft nicht am zweiten Dienstag des Monats statt. Aus Termingründen wechselt man nun auf jeweils den ersten Mittwoch. Hauptthema der 17-köpfigen Runde war die künftige Nutzungskonzeption für den Saal im ersten Stock.

Und da gab es bei der Frage der privaten Nutzung ganz gegensätzliche Standpunkte: So sprach sich Inge Honsel dagegen aus, den denkmalgeschützten Saal für Privatfeste zu vermieten. Dafür sei nach der Restaurierung allein schon der historische Parkettboden zu empfindlich. Hingegen plädierte Maryvonne Le Flècher ebenso entschieden für dieses zweite Nutzungs-Standbein. Die Veranstaltungen des Fördervereins oder der Gemeinde seien ihr allein übers Jahr für die öffentliche Belebung des Schlösschens zu wenig. Dietrich Herold, der die ehrenamtliche Hausverwaltung des Barockgebäudes und der drei vermieteten Wohnungen übernommen hat, betonte, dass der Ausdruck "private Feiern" eine große Bandbreite besitze. Hier gelte es zu unterscheiden. Als "raumschonende" Beispiele wurden Veranstaltungen etwa von Parteien oder Verbänden erwogen.

Auch für kleinere Hochzeitsfeiern eigne sich der Beletage-Saal, warf ein Vorstandsmitglied ein. Es gebe in Edingen-Neckarhausen im Grunde keine vergleichbare Räumlichkeit dieser Größenordnung und solchen Ambiente für private Feiern. Dies sei auch vor rund zehn Jahren im langen Entscheidungsprozess des Gemeinderats zum kommunalen Schlösschenkauf ein wichtiges Argument gewesen. "Wir sollten öffnen, aber nicht für alles", sprach sich auch Ehrenringträger Georg Kohler für eine differenzierte Handhabung aus. Zuvor hatte Vera Scherr geraten, "abzuwarten, wie die eigenen Sachen klappen". "Sehen wir, wie es sich einspielt", fand denn auch Hans Stahl den Konsens. Man könne dann "Zug um Zug schauen, was sich noch anbietet". Ihm schwebe gerade auch die Pflege der Ortsgeschichte vor, etwa mit Ausstellungen und Vorträgen. Um so wichtiger sei, wie ein Mitglied einwarf, eine moderne, dezent integrierte Raumtechnik wie im Neckarhäuser Schlosssaal. Hier will man sich kundig machen. Wie überhaupt angeregt wurde, sich vergleichbare Räume in der Region anzusehen.

Eine Sisyphus-Arbeit ist die Restaurierung der Stuckdecke und der Wände durch das beauftragte Experten-Paar. Die Sanierung, so Vorsitzender Stahl, ziehe sich bestimmt noch bis September oder Oktober. Ein Blick auf das über die komplette Saalfläche gebaute Arbeitspodest lässt den Aufwand erahnen, um dieses Riesen-"Puzzle" an auszubessernden oder nachzugestaltenden Stellen im Stuck und in den Wandflächen zu schließen. Im Rahmen dieser Arbeiten soll auch das Treppenhaus zumindest schon mal gestrichen und an den dringendsten Stellen renoviert werden. Auch die Außensanierung steht erst noch an.