„Auch außen gab es viel zu entdecken“

So überschrieb die Rhein-Neckar-Zeitung ihren Artikel über unseren gut besuchten und rundum gelungenen „Denkmalstag“ im Edinger Schlösschen. 

„Wo einst Freiherr Joseph Sebastian von Castell seine noblen Gäste empfing, wo der Großvater des badischen Revolutionärs Friedrich Hecker als Gärtnermeister die barocken Beete und Rabatten pflegte und wo später die Geschäfte der von Oberndorffschen Aktienbrauerei geleitet wurden, dort lud der Förderverein Edinger Schlösschen am bundesweiten Denkmalstag wieder zu Besichtigung, Führungen, Bewirtung, Austausch und Plausch ein. Vom Vormittag bis spät nachmittags herrschte reger Betrieb; neben Mitgliedern und „alten“ Schlösschen-Kennern kamen auch viele Neu-Interessierte. Und erst recht freute sich das Team um Vorsitzenden Hans Stahl über zwei neue Fördervereinsmitglieder. Das Wetter war durchwachsen; das ein oder andere Mal gab es einen kleinen Schauer. Doch war es wenigstens nicht mehr so heiß und schwül – und so ließ es sich über weite Strecken auch unten im von Paul und Helga Raab sowie von Paul Götz und Laura Hildenbrand ehrenamtlich gepflegten Hof angenehm plaudern. Blickfang und eins der Haupthemen war dabei das im vorigen Jahr renovierte schmiedeeiserne Barocktor sowie das sehr gut passende neue Bodenpflaster der vorderen Hofhälfte. Dabei gedachte so mancher Freund dem im Frühjahr verstorbenen Werner Koch, der sich als ehrenamtlicher Handwerks-Allrounder unermüdlich für die Sanierung des Schlösschens wie zuletzt auch des Tores eingebracht hatte…“

„Unter den zahlreichen Teilnehmern des Denkmalstags – Motto diesmal „Wahr-Zeichen – Zeitzeugen der Geschichte“ – war auch Bürgermeister und Schlösschen-Hausherr Florian König. Seit knapp 14 Jahren ist dieses einzige repräsentative Edingen-Neckarhäuser Gebäude aus der Barockzeit im Eigentum der Gemeinde. Und so war am Rande das ebenfalls der Kommune gehörende Nachbargrundstück ein Thema. Das soll ja, wie schon im Kaufvertrag bekundet, nach dem Abriss des dortigen in sehr schlechter Substanz befindlichen Wohnhauses frei bleiben. Dies, um das optisch „eingezwängte“ Schlösschen etwas freier und exponierter zu stellen. Aktuell jedoch gibt es – sehr zur Sorge des Fördervereins – auch Gedanken über eine Veräußerung und Neubebauung des (kleinen) Grundstücks. Der Verein sucht deshalb nach einer anderen, dem denkmalgeschützten Schlösschen würdigeren Lösung: „Wir werden“, so Hans Stahl, „mit einem Vorschlag auf die Verwaltung zukommen.“ Zweimal führte „Nachtwächter Stips“, selbst Pressewart des Fördervereins, die Besucherinnen und Besucher durch das im 18. Jahrhundert erbaute kleine Landschloss, das jahrzehntelang in acht Wohnungen aufgeteilt war. Dabei fand der stattliche, ebenfalls frisch renovierte Festsaal besonderes Interesse. Heute kaum mehr nachvollziehbar, dass auch dieser Beletage-Raum bis vor wenige Jahre in vier Zimmer unterteilt war, durch Zwischenwände, die auch die wertvolle barocke Stuckdecke durchtrennten. Jetzt wird der Saal vielfältig öffentlich genutzt, so für Veranstaltungen des Fördervereins, für VHS-Kurse sowie für standesamtliche Trauungen. Auch in den gegenüberliegenden „Neckargarten“ führte der „Nachtwächter“ die Gäste. Einst barocker Park, streng symmetrisch angelegt, wurde er zur Zeit der Grafenbrauerei in einen großen Biergarten der „Schloßwirtschaft“ umgewandelt. Der prächtige alte Baumbestand zeugt heute noch davon. Der als Naturdenkmal geschützte Park ist in Privateigentum, konnte aber von der Gemeinde für die Öffentlichkeit gepachtet werden. Last but not least verdient auch die kulinarische Seite Erwähnung: Fördervereins-Beisitzer Hermann Rommel und unser Vorstandmitglied Regina Strobel verwöhnten die Gäste mit vielfältig und lecker belegten Broten der Schriesheimer Bäckerei Höfer. Dazu mundeten edle Rebentropfen des Ladenburger Weinguts Rosenhof.“