…und das sicher „fleischlich und reichlich“, im Saal des Edinger Schlösschens nämlich, da ging es beim Infoabend mit der Ernährungsberaterin und Aktivistin Saskia Meyer über fatale Entwicklungen im Ess-Verhalten in Deutschland wie in anderen Ländern des sog. „globalen Nordens“. Wir haben hier im AMB diesen von unserer Fördervereins-Beisitzerin Milena Klersy initiierten und vom NABU und „Allmende-Waldgarten“ vegan bewirteten Abend bereits angesprochen. Der Schlösschen-Pressewart schrieb auch für die RNZ darüber. Hier Auszüge des Berichts:
„Mit einem Jugendfoto, auf dem sie öffentlich per Plakat für alle Menschen „Bockwurst für eine Mark“ als Beitrag zur globalen Gerechtigkeit forderte, stellte sich die 37jährige Referentin zwinkernd vor. Sogar noch vor fünf Jahren, als sie wissenschaftliche Assistentin an der Bonner Uniklinik war, seien Fleisch und Metbrötchen ihre Lieblingsspeisen gewesen. Dann aber habe sie im Rahmen ihrer Promotion zu einem Ernährungsthema erkannt, dass es hier dringend eines gesellschaftlichen Umdenkens bedarf und dass sie selbst dafür an „Stellschrauben“ außerhalb des Medizinbetriebs drehen will. Sie brach die Promotion ab und gründete ihr Bildungsprojekt „FOODerstand“… Bei der Ernährungswende hinke Deutschland den meisten westlichen Industrieländern hinterher. Wobei Saskia Meyer lieber von einer „Ess-Wende“ spricht. Denn während Ernährung primär die Versorgung des Körpers mit der nötigen Energie durch Kohlehydrate, Eiweiße und Fette sowie mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen bedeute, gehe es bei uns heute weit mehr ums Essen aus Appetit, aus Langeweile, ebenso als sensorisches Erlebnis, zu gesellschaftlichen Anlässen oder aus persönlichen Erinnerungen und Gefühlen heraus. Ein Eis, sommers wie winters begehrt, assoziiere schöne Erlebnisse mit Anderen – zurückgehend aufs Babyalter mit der „süßen Milch im Arm der Mutter“. Grillfeste, Fondue- oder Raclette-Essen seien Garanten für eine lange gesellige Zeit. Doch das klappe ebenso gut auf rein pflanzlicher Basis. Hart in Gericht ging Saskia Meyer mit den Lebensmittelkonzernen, die „mit einem riesigen Theater“ den Blick auf die ausgewogene Vollwerternährung verstellten. Und es bedürfe strengerer Gesetze für die Nennung der negativen wie auch der positiven Inhaltsstoffe. Erst recht würden die Menschen per Werbung für immer neue Diäten aus Kommerzdenken gezielt hinters Licht geführt.“ (SKV)