Der Tod von Altbürgermeister und Ehrenbürger Werner Herold macht uns alle sehr traurig!

Die Nachricht war so unerwartet wie erschütternd: Am Sonntag verstarb Edingen-Neckarhausens hochverdienter früherer Bürgermeister – keine zwei Wochen vor seinem Geburtstag. Am Silvestertag wäre Werner Herold 98 Jahre alt geworden. Natürlich muss sich jeder Lebenskreis einmal schließen, und gerade bei einem so hochbetagten Menschen wird unser Gedanke daran häufiger und bedrückender, dass es einmal heißt, Abschied zu nehmen. Doch hofften wir sicher alle angesichts der verblüffenden Rüstigkeit und geistigen Frische von Werner Herold, dass er am Jahresende 2025 seinen 100er würde feiern können. Und ein Jahrhundertzeuge seiner Heimatgemeinde war er wirklich! In der Weimarer Republik geboren, im kleinen Elternhäuschen in der Luisenstraße aufgewachsen, wurde Herold, nach einer Zimmerer-Lehre, im Zweiten Weltkrieg als ganz junger Soldat noch eingezogen, geriet in Gefangenschaft, arbeitete nach Kriegsende zunächst als Bauhelfer, so auch beim Wiederaufbau der Neckarhäuser Bahnbrücke, bevor er im Rathaus Edingen eine Verwaltungslehre absolvierte. Er wurde Rechnungsamtsleiter und kandidierte 1966 nach dem frühen Tod von Robert Walter erfolgreich fürs Bürgermeisteramt, das er dann in Edingen bis zum Gemeindezusammenschluss 1975 sowie anschließend in Edingen-Neckarhausen bis 1991 innehatte. Allem voran wie der Parteilose – mit Recht oft als „Mann des Ausgleichs“ gewürdigt – die beiden 1200jährigen Nachbarorte aus den Wogen der Gemeindefusion in die gemeinsame Zukunft führte, wie er Neckarhausens damals noch junge Partnerschaft mit Plouguerneau zu seiner eigenen Herzenssache machte und in die Gesamtgemeinde einbrachte, und überhaupt wie rasch er nach 1975 das Vertrauen und die Wertschätzung auch der Neckarhäuser gewann, das verdient bleibende Anerkennung. Unmöglich, hier im Rahmen unserer Schlösschen-Rubrik auch nur annähernd all das aufzuzählen, was in der Gemeinde baulich und infrastrukturell unter Herolds Ägide geschaffen und realisiert wurde. Doch war er nicht einfach nur fleißig und tüchtig, nein er war auch klug, geistreich und eloquent, war aufgeschlossen, kulturell interessiert, zudem gesellig und humorvoll. Er liebte seine Gemeinde und deren Menschen und engagierte sich über sein ohnehin so arbeitsreiches und zeitintensives Amt als Bürgermeister hinaus zudem noch ehrenamtlich. Siehe nur den Edinger Heimatbund, den er in all den 25 Jahren bis zu seinem Dienstende leitete. Zu seinem 70. Geburtstag wurde Werner Herold 1995 zum ersten und bislang einzigen Ehrenbürger Edingen-Neckarhausens ernannt. Und auch in unserem Schlösschen-Förderverein war er Mitglied und nahm, wie überhaupt am Gemeindeleben, solange es ihm die Gesundheit erlaubte, an Veranstaltungen im Schlösschen teil. Wie bitter, dass nun die von ihm und seiner Gattin Ruth stets gern besuchte Weihnachtslesung von Tochter Dr. Inge Herold aus diesem traurigsten Grunde ausfallen musste. Seitens unserer Vorstandschaft und aller Mitglieder, Freunde und Fördernden möchten wir Ruth Herold, Sohn Dietrich (unserem ehrenamtlichen Schlösschen-Hausverwalter), Tochter Inge, den Enkeln, Urenkeln und der ganzen Familie unser herzliches Beileid aussprechen. (SKV)